VDMA Industrielle Bildverarbeitung und OPC Foundation entwickeln eine Companion Specification

id:14139611

„Wir wollen die Industrielle Bildverarbeitung fit für Industrie 4.0 und die Fabrik der Zukunft machen. Unser Ziel ist die einfache Anbindung von Bildverarbeitungssysteme in die Produktionssteuerung und IT-Systeme über OPC Unified Architecture“, sagt Dr. Klaus-Henning Noffz, CEO Silicon Software und zuständig für Standardisierungsthemen im Vorstand von VDMA Industrielle Bildverarbeitung. Im Rahmen der AUTOMATICA unterzeichneten die VDMA Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung und die OPC Foundation dazu eine Absichtserklärung („Memorandum of Unterstanding“) zur Erarbeitung einer OPC UA Machine Vision Companion Specification. Dem Entschluss voraus ging eine internationale Studie unter der Leitung von VDMA IBV im vergangenen Sommer. Sie sollte aufzeigen, welche Standards wichtig sind, um die Branche auf die Zukunft vorzubereiten. „Kameraschnittstellen und Standards für die Kommunikation und Vernetzung diverser Bildverarbeitungskomponenten innerhalb des Systems sind da und erleichtern die Arbeit von Systemintegratoren ungemein. Was fehlt ist ein generisches Interface für Bildverarbeitungs-Systeme auf der Anwendungsebene“, sagt Dr. Horst Heinol-Heikkinen, Geschäftsführer von ASENTICS und Mitglied im Vorstand von VDMA Industrielle Bildverarbeitung. Dieses Thema will VDMA IBV mit der OPC UA Machine Vision Companion Specification angehen. Erste Diskussionen, welche Informationen, Daten, Funktionen und Dienste in ein Produktionsnetzwerk zu integrieren wären und in OPC UA abgebildet werden sollen, wurden begonnen.

Industrielle Bildverarbeitung – wenn Maschinen sehen und verstehen
Bildverarbeitungssysteme sind in der industriellen Produktion unverzichtbar geworden. Sie prüfen Qualität, führen Maschinen, steuern Abläufe, identifizieren Bauteile, lesen Codes und liefern wertvolle Daten zur Optimierung der Produktion. Keine andere Komponente im Produktionsprozess sammelt und interpretiert schon heute so viele Daten wie die Bildverarbeitung „Sie ist aus meiner Sicht Schlüsseltechnologie für die erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0“, sagt Noffz und Heinol-Heikkinen ergänzt: „Standardisiert eingebunden, avanciert die Bildverarbeitung mit ihren Möglichkeiten vom bloßen Inspektor zum Produktionsoptimierer.“

Stefan Hoppe, Vice President der OPC Foundation, erläutert: "Das Ziel der OPC Foundation ist es, einen Industriellen Interoperabilitätsstandard für die horizontale und vertikale Integration vom Sensor bis in die IT-Enterprise Ebene zu schaffen. Basis dafür ist die Technologie OPC UA, welche aus der industriellen Automation entstanden ist, aber unabhängig von der Branche auch in anderen vertikalen Märkten eingesetzt wird. OPC UA ist als Kommunikationstechnologie der Referenzarchitektur von Industrie 4.0 gesetzt - es erlaubt Daten und Dienste von Geräten oder Maschinen zu beschreiben und bietet integrierte Mechanismen den Zugriff darauf zu definieren und zu schützen. Außerdem wird natürlich auch der Datentransport unterlagert für verschiedene Szenarien in der Fabrik oder bis in die Cloud geregelt. Aufgrund der Relevanz für die deutsche Industrie hat das BSI die Sicherheit von OPC UA untersucht und die Ergebnisse mit einem sehr positiven Statement veröffentlicht. Interessant für andere Organisationen sind die Modellierungsmöglichkeiten, mit denen beschrieben wird, was für Daten transportiert werden sollen oder welche Dienste verfügbar sind. VDMA IBV hat das Potential von OPC UA erkannt, die Umsetzung der gemeinsamen Spezifikation wird enorm zur vereinfachten und sichereren Anbindung von Bildverarbeitungs-Systemen in die Steuerungswelt aber auch direkt in die IT-Welt führen."

Innerhalb des VDMA befassen sich mehr und mehr Bereiche mit OPC Unified Architecture. Ein VDMA Leitfaden „Industrie-4.0-Kommunikation mit OPC-UA“ ist momentan in Arbeit. Er soll den deutschen Maschinen- und Anlagenbau bei der Einführung unterstützen und Handlungsempfehlungen geben. „Unser Ziel ist es, mit dem Leitfaden ein klares Bekenntnis zu OPC UA in der Industrie 4.0-Kommunikation zu geben. Dies führt zum Absenken der Hemmnisse kleiner und mittelständiger Unternehmen beim Auf- und Ausbau der I4.0-Kommunikation.“, sagt Dr. Christian Mosch, vom VDMA-Forum Industrie 4.0.  

Über VDMA Industrielle Bildverarbeitung
Der VDMA ist der größte Industrieverband in Europa und hat mehr als 3.100 Mitgliedsfirmen aus der Investitionsgüterindustrie und dem Maschinen- und Anlagenbau. Als Teil des VDMA Fachverbandes Robotik + Automation hat VDMA Industrielle Bildverarbeitung mehr als 115 Mitglieder: Anbieter von Bildverarbeitungs-Systemen und Komponenten sowie Integratoren. Ziel dieser industriegetriebenen Plattform ist es, die Bildverarbeitungsindustrie durch ein breites Spektrum von Aktivitäten und Dienstleistungen zu unterstützen. Arbeitsschwerpunkte sind statistische Analysen und die jährliche Marktbefragung Industrielle Bildverarbeitung, Marketingaktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit, Messepolitik sowie Networking-Veranstaltungen und Konferenzen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.vdma.org/vision.

Über OPC Foundation
Die OPC Foundation mit Sitz in Scottsdale, AZ, USA, ist die weltweit führende Gemeinschaft für Interoperabilitätslösungen basierend auf den OPC-Kommunikations-Spezifikationen. OPC ist ein Interoperabilitäts-Standard für den sicheren, zuverlässigen und plattform-unabhängigen Austausch von Informationen. Durch die Definition einer Schnittstelle zwischen Client und Server oder zwischen Server und Server können verschiedene Anwendungsbereiche abgedeckt werden. Die OPC-Technologie wird weitgehend genutzt, um Informationen in der industriellen Automatisierung zu integrieren und um den Datentransfer vom kleinsten Sensor bis in die Enterprise-IT-Ebene zu ermöglichen. Das OPC Zertifizierungsprogramm hat als Ziel, die sofortige Betriebsbereitschaft der OPC-Produkte in realen Einsatzgebieten zu garantieren. Mit fast 500 Mitgliedsfirmen fördert die OPC Foundation weltweit die Schulung, den Bekanntheitsgrad und die Adaption der OPC-Spezifikationen.

Marktdaten Industrielle Bildverarbeitung
Die deutsche Bildverarbeitungsindustrie steigerte 2014 ihren Umsatz um 16 Prozent auf eine Rekordsumme von 1,9 Milliarden Euro. Auf hohem Niveau präsentierte sich das Wachstum im Inland etwas schwächer als im Export: die Inlandsumsätze legten um 12 Prozent zu, die Exporte aus  Deutschland wuchsen um 19 Prozent. Der Exportanteil stieg von 57 Prozent auf ein Allzeithoch von 59 Prozent. Gemäß aktuellen Ergebnissen der VDMA Auftragseingangs- und Umsatzstatistik wird 2015 der prognostizierte Umsatzanstieg von zehn Prozent in Deutschland und Europa definitiv erreicht werden, was den deutschen Branchenumsatz auf über 2 Milliarden Euro ansteigen lassen wird. Für 2016 rechnet die deutsche Branche mit einem weiteren Wachstum in Höhe von 8 Prozent, die europäische Branche von 7 Prozent.

Noch Fragen?
Anne Wendel, VDMA Robotik + Automation
(Telefon: +49 69 6603-1466, E-Mail: anne.wendel@vdma.org),

Dr. Christian Mosch, VDMA-Forum Industrie 4.0,
(Telefon: +49 69 6603 1939, E-Mail: christian.mosch@vdma.org),

Stefan Hoppe, OPC Foundation Global Vice President,
(Telefon: +49 5246 963 4533; E-Mail: stefan.hoppe@opcfoundation.org)

beantworten sie gerne.

Bildquelle : OPC Foundation

Wendel, Anne
Wendel, Anne
Datei-Anhänge:
Noffz-Hoppe.jpg Gruppe_group.jpg 2016-07-11 PI VDMA IBV OP...